Wissen · Glossar
Begriffe aus dem Spitalalltag, klar erklärt
Kurz, sachlich und belegt. Tippen Sie einen Begriff oder filtern Sie nach Thema.
AEMP
Aufbereitungseinheit für MedizinprodukteBereich, der Medizinprodukte reinigt, desinfiziert und sterilisiert. Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Instrumentensets über den Sterilgutkreislauf ist hier zentral.
AutoID
Automatische IdentifikationSammelbegriff für Verfahren der automatischen Identifikation und Datenerfassung, etwa Barcode, 2D-Code oder RFID. Grundlage für jeden scangestützten Prozess.
Bedside Scanning
Barcode am PatientenbettAbgleich von Patient, Heilmittel und ärztlicher Anordnung per Scan direkt am Bett. Senkt Verwechslungs- und Verabreichungsfehler.
Betäubungsmittel
BTMStark kontrollierte Heilmittel mit besonderer Dokumentations- und Nachweispflicht. Im Spital meist mit Vier-Augen-Prinzip und lückenlosem Verbrauchsnachweis.
CE-Kennzeichnung
Konformitätszeichen für MedizinprodukteErklärung des Herstellers, dass ein Medizinprodukt die Anforderungen erfüllt. Die Schweiz anerkennt CE einseitig, mit CH-REP-Pflicht.
Charge
Chargennummer, LotKennung einer Produktionseinheit, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Erlaubt es, bei einem Rückruf gezielt die betroffenen Einheiten zu finden.
CIRS
Critical Incident Reporting SystemAnonymes Melde- und Lernsystem für kritische Ereignisse und Beinahefehler. In der Schweiz national über CIRRNET vernetzt.
Closed Loop Medication
Geschlossener MedikationsprozessDurchgängig digitaler, scangestützter Medikationsprozess von der Verordnung bis zur Gabe am Bett. Senkt Medikationsfehler.
EUDAMED
Europäische MedizinproduktedatenbankZentrale EU-Datenbank für Medizinprodukte mit Akteuren, Produkten, UDI und Marktüberwachung. Vier Module ab Mai 2026 verpflichtend, CH-Pendant ist swissdamed.
Fälschungsschutz
FMD und SerialisierungMassnahmen gegen Arzneimittelfälschung, vor allem Serialisierung und Prüfung. In der EU Pflicht für Rezeptpflichtige, in der Schweiz nach Art. 17a HMG freiwillig.
FEFO
First Expired, First OutLagerprinzip, bei dem zuerst die Ware mit dem nächsten Verfalldatum entnommen wird. Reduziert Verfall und Verschwendung.
FIFO
First In, First OutLagerstrategie nach Eingangsdatum, zuerst die zuerst gelieferten Einheiten. Gegenstück zu FEFO, ohne Blick auf das Verfalldatum.
GLN
Global Location NumberWeltweit eindeutige GS1-Nummer für Standorte und Organisationen. In der Schweiz identifiziert sie zusätzlich Fachpersonen im Gesundheitswesen.
GMP
Gute HerstellungspraxisRegelwerk für die Qualitätssicherung in der Arzneimittelherstellung, von Hygiene bis lückenloser Dokumentation. Swissmedic prüft per Inspektion.
GS1
Globale StandardisierungsorganisationNicht gewinnorientierte Organisation, die weltweite Standards für die Identifikation von Produkten festlegt, darunter GTIN und GS1 DataMatrix.
GS1 DataMatrix
2D-CodeQuadratischer 2D-Code, der mehrere Datenfelder trägt, etwa GTIN, Verfalldatum, Charge und Seriennummer. Standard für die Kennzeichnung von Heilmitteln.
GTIN
Global Trade Item NumberWeltweit eindeutige Artikelnummer zur Identifikation eines Produkts. Bildet im Barcode die Basis für Wareneingang, Lager und Rückverfolgung.
Heilmittel
Arzneimittel und MedizinprodukteOberbegriff des Schweizer Heilmittelrechts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Grundlage für Zulassung, Kennzeichnung und Überwachung.
Hochrisikoarzneimittel
High-Alert MedicationWirkstoffe mit erhöhtem Risiko schwerer Schäden bei Fehlern, etwa Insulin, Opioide oder Zytostatika. Besondere Sorgfalt nötig.
Konsignationslager
Consignment StockLager beim Anwender, dessen Ware bis zur Entnahme dem Lieferanten gehört. Verbreitet bei Implantaten und OP-Material.
Kühlkette
Temperaturgeführte LagerungTemperaturgeführte Lagerung von Heilmitteln: aktiv gekühlt in der Kühlkette bei 2 bis 8 Grad oder nicht aktiv gekühlt bei Raumtemperatur, stets im Bereich.
Lieferengpass
Versorgungsengpass bei ArzneimittelnVorübergehend gestörte Verfügbarkeit eines Arzneimittels. In der Schweiz über die BWL-Meldestelle erfasst, mit Meldepflicht.
Medizinprodukt
Definition und AbgrenzungMittel mit medizinischem Zweck, dessen Hauptwirkung nicht pharmakologisch, sondern physikalisch erreicht wird. Risikoklassen I bis III, geregelt in der MepV.
MepV
MedizinprodukteverordnungSchweizer Verordnung zu Medizinprodukten. Regelt unter anderem Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Marktüberwachung.
Pharmacode
Schweizer Pharma-StrichcodeIn der Schweiz verbreiteter Strichcode zur Identifikation von Arzneimittelpackungen. Wird zunehmend durch GS1-Standards ergänzt.
RFID
Radio-Frequency IdentificationKontaktlose Identifikation per Funk, mehrere Einheiten zugleich und ohne Sichtverbindung. Ergänzt den Barcode, etwa bei Sets und Sterilgut.
Rückruf
RecallMassnahme, bei der fehlerhafte oder gefährdende Produkte aus dem Verkehr gezogen werden. Eine gute Rückverfolgbarkeit verkürzt Suche und Reaktionszeit erheblich.
Rückverfolgbarkeit
TraceabilityLückenlose Nachvollziehbarkeit eines Heilmittels oder Produkts über alle Stationen, von Wareneingang bis Anwendung am Patienten.
Scan4Safety
GS1-basiertes SicherheitsprogrammIm englischen NHS erprobtes Programm, das Patient, Produkt und Ort per Scan verknüpft. Belegt Zeit- und Sicherheitsgewinne im Spital.
Serialisierung
Eindeutige Seriennummer je EinheitVergabe einer eindeutigen Seriennummer je Packung oder Einheit. Grundlage für Fälschungsschutz und eine bis aufs Exemplar genaue Rückverfolgbarkeit.
SSCC
Serial Shipping Container CodeWeltweit eindeutige GS1-Nummer für eine Versandeinheit wie Palette oder Behälter. Erfasst eine ganze Einheit mit einem einzigen Scan.
Stammdaten
Master DataDauerhaft gültige Grunddaten zu Artikeln, Lieferanten und Orten. Ihre Qualität entscheidet über zuverlässige Scans und belastbare Auswertungen.
Sterilgutkreislauf
AufbereitungszyklusVollständiger Kreislauf von Medizinprodukten von der Nutzung über die Aufbereitung bis zur erneuten Bereitstellung. Jede Station ist rückverfolgbar zu dokumentieren.
swissdamed
Swiss Database on Medical DevicesSchweizer Datenbank für Medizinprodukte, in der Swissmedic Akteure und Produkte mit UDI registriert. Produktregistrierung ab Juli 2026 Pflicht, Gegenstück zu EUDAMED.
Swissmedic
Schweizerisches HeilmittelinstitutZulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel in der Schweiz. Überwacht Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität von Arzneimitteln und Medizinprodukten.
UDI
Unique Device IdentificationEindeutige Kennzeichnung von Medizinprodukten aus Produktkennung (UDI-DI) und Produktionsdaten (UDI-PI, etwa Charge und Verfall). Pflichtgrundlage für Rückverfolgung und Rückrufe.
Verfalldatum
Verfall, AblaufdatumDatum, bis zu dem ein Heilmittel sicher verwendet werden darf. Steuert die Lagerentnahme nach FEFO und verhindert die Anwendung abgelaufener Ware.
Vier-Augen-Prinzip
DoppelkontrolleKontrollprinzip, bei dem ein zweiter, qualifizierter Schritt einen kritischen Vorgang bestätigt, etwa bei der Abgabe von Betäubungsmitteln.
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